Spiel mit dem Feuer

Tanzende Klingen:

Ich habe vor ca. eine Jahr angefangen mich zu ritzen. Ich habe die neunte Klasse wiederholt und eine meiner neuen Klassenkameradinnen hat mir erzählt, dass sie sich ritzt. Ich wollte wissen, wie sich das anfühlt und es hat geholfen. Zuerst war es nur eine Pinnwandnadel auf der Hand, dann aber hat es sich gesteigert bis es diesen Herbst eine Rasierklinge wurde. Oberarm, Unterarm. Ich dachte, ich würde damit wieder anfangen, etwas zu fühlen. Ich habe mir eingeredet ich würde es tun weil ich nichts fühle. Aber das ist falsch. Ich habe es getan weil ich zu viel fühlte. Die Wunden haben das alles, allen Schmerz, auf einen Punkt gebannt und das war ertragbar. Ich tue es nichtmehr. Manchmal will ich es, will wieder zur Klinge greifen, aber ich lasse es. Es ist besser so.

 

Schulstress:

Ich schreibe morgen eine Arbeit. Ich kann mich nicht überwinden zu lernen. Heute habe ich eine 1-2 in Bio zurückbekommen, aber ich ärgere mich ber die zwei verlorenen Punkte. Unnötig. Es hätte eine 1 werden können. Hoffentlich bekomme ich morgen Französisch zurück. Ich sollte mehr für die Schule machen. Ich habs mir geschworen. Aber da ist eine Blockade, die ich nicht lösen kann. Ich weiß, bevor sie nicht weg ist bekomme ich keinen klaren Gedanken mehr zustande.

 

Gefühle:

Es ist, als hätte H. alle Gefühle aus mir herausgebrannt. Wie eine Hitzewellle. Wenn meine Gefühle ein See waren, mit einem kleinen Fluss, dann war das, was er gesagt hat, eine Hitzewelle, die alles Wasser, alle Gefühle, verdampft hat. Und da ist ein riesiges Loch wo einmal das Wasser war, die Spuren werden noch Jahre dort sein. Aber nebendran ist S., ein winzigkleiner Rinnsal, der in eine Minipfütze mündet. Denn ich weiß, das Waser kann nicht weg sein. Nichts kann sich einfach so in Luft auflösen. Und ich brauche das Wasser fast so sehr wie die Luft.

 

Körper:

Ich treibe meinen Körper in die Hölle. Erst muss er mehr Anstrengung aushalten als er kann, dann muss er mehr Nahrung aufnehmen als möglich wäre, dann kriegt er kein Wasser mehr. Ich kann nicht anders. Ich weiß nicht was mich dazu treibt aber ich mache es. Und mein Körper leidet darunter.

 

Ich spiele mit dem Feuer, immer, überall. Ich mache es nicht absichtlich, aber ich mache es gern. Das macht mir Angst, aber irgendwie... hilft es auch. Ich mag die Gefahr und ich liebe Spiele.

Aber warum?

9.1.12 21:28

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